How to get a Fairlane...

Ford Fairlane
Viola - stolze Neubesitzerin eines 69er Ford Fairlane - wurde durch Mehl von den 440er Jungs mit der Droge US-Car infiziert und von allen anderen weiter in diese Suchtspirale gedrängt. Hört sich vielleicht nach einer "Christiane F." Story an, so schlimm wird es dann aber doch nicht, keine Angst. 
 
Am Anfang standen viele Herstellernamen und Modelle im Raum - Im virtuellen Raum, um genau zu sein. Viola hat um sich von dem einen oder anderen borbelasteten US-Car-Owner in einem eigens eingerichteten Forum beraten und vor allem auch das eine oder andere Mal wieder zurück auf den Boden der Tatsachen holen lassen. 
 
Das Budget war schliesslich nicht unbegrenzt, also schieden viele von Ihr favorisierte Modelle verschiedenster Hersteller aus. Als erstes realistisches Auto wurde ein 66er Dodge Monaco begutachtet und dank seines Zustandes für mehr als ungeeignet befunden. Viola sah schlussendlich ein, dass das Budget nochmals angehoben werden musste. 
 
Dann kam allerdings der Winter und somit der Schnee. Viel Schnee. Sehr viel Schnee - und er blieb. 
 
Also wurde die Besichtigung eines 69er Ford Fairlane Hardtop Coupes auf die lange Bank geschoben: Nach sage und schreibe 2 Monaten gab es ein kleines Wetterfenster, das genutzt werden musste. 
 
Gesagt, getan... Also fuhr ich mit Viola los, um den Wagen zu besichtigen.  
Der machte soweit man das auf einer Hofeinfahrt beurteilen kann einen guten Eindruck. 
Der Motor sträubte sich ein wenig anzuspringen, was zum einen an der leeren Batterie lag und an der sehr schlecht eingestellten Zündung. Die Hydros klapperten ein wenig, aber das konnte auch an der langen Standzeit gelegen haben. Leider wurde der Motor nicht so recht warm, da er auf einmal ausging und auch mittels Fremdstarten nicht zum neuerlichen Anspringen zu bewegen war. Problem erkannt, Problem gebannt: Kein Benzin mehr - also ein wenig in den Vergaser geträufelt und den Rest in den Tank gekippt. Schon sprang er mit Unterstützung des Dailys von Viola an. 
 
Die Probefahrt gestaltete sich leider als recht aussagearm, da wie schon erwähnt die Zündung total verstellt war und der Fairlane an einer Ampel wieder ausging. An selbstständiges anspringen war nicht zu denken, also wurde das dicke Ding mit vereinten Kräften erstmal auf den nahe gelegenen Burger King Parkplatz geschoben.
Da die Probefahrt nicht sonderlich aussagekräftig war, wurde vom schlimmsten ausgegangen was der Verkäufer natürlich vehement verneinte und versicherte, dass alles in bester Ordnung sei. 
Es wurde also hart und lange verhandelt, bis man sich dann doch schließlich einig wurde. Also erstmal den ADAC anrufen, damit wir den Fairlane wieder starten konnten, um die Zündung erst einmal passabel nach Gehör einzustellen. 
Und wie es der Zufall so wollte, trafen wir auf diesem Parkplatz noch den Oliver Marquardt von Faircars. Ich habe Ihn persönlich noch nie gesehen, aber sein mattschwarzer Dodge Pick Up mit dem "Ohrenfeindt" Aufkleber war mir bekannt... Oliver bot auch prompt seine Hilfe an und führte uns zu seinem Laden, um uns für 20€ eine gebrauchte, aber intakte Batterie zu verkaufen. 
 
Anschliessend ging es rund 250 km zurück - ohne Probleme, aber mit kalten Füßen - immerhin war die Heizung bei Minustemperaturen abgeklemmt! Zwar mit leichtem Ventilklappern aber das hielt uns erstmal nicht auf. 
 
In der heimischen Werkstatt fiel dann beim Einstellen des Vergasers auf, dass der Motor sobald er auf Betriebstemperatur war und höhere Drehzahlen bekam, sowas wie ein "Schlagen" zu vernehmen war, welches man auch leicht in der Karosserie spüren konnte. 
 
Der Verdacht auf Lagerschaden wurde vom gerade anwesenden Markus Grabs bestätigt, er tippte auf Pleuellagerschaden. 
Viola wurde diese Diagnose dann schonend beigebracht und beraten welche Optionen zur Wahl standen. 
 
Und da standen wir nun: Der Motor sollte raus und dann anschliessend instandgesetzt werden. 
 
Da Christian und ich ein recht gut eingespieltes Team sind war es kein Problem zu sagen, dass wir Viola helfen und den Motor ausbauen. 
Das haben wir dann an unserem "Hallenmontag" erledigt, sind ja "nur 4 Schrauben" ;-) Okay, derjenige der dies einst behauptet hatte wurde umgehend eines besseren belehrt, aber der Spruch ist mittlerweile zum Running Gag bei uns mutiert...
 
 
 
Wie man sich denken kann waren es deutlich mehr als die erwähnten 4 Schrauben, aber alle demontierten Teile bzw. Schrauben haben wir fein säuberlich in verschliessbare Küchenbeutel verpackt und beschriftet. 
 
Nach ungefähr 3 Stunden hatten wir das Triebwerk aus dem Motorraum entfernt. In den nächsten Tagen gilt es also die Schäden zu sichten und eine Einkaufsliste zu erstellen.
 

Kommentare

ui ... das ging ja schnell!

Sind ja nur 4 Schrauben, weißte ja :)

:-D Ich wollte es nicht geschrieben haben....hahaha

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